Verdauung des Hundes

 

 

 

Der Hund ist ein sog. Beutegreifer.

 

 

 

 

                                                                                                                        Die Wippies

 

Ein Blick auf die Anatomie des Hundes zeigt, dass er schon durch seinen Körperbau zum Jagen und Beute machen geschaffen ist. Mit seinem Gebiss kann er die Beute packen, halten, töten und zerkleinern.

 

Der Hund hat, wie alle Fleischfresser, keine abgeflachten Mahlzähne.

Mahlzähne haben findet man ausschließlich bei Pflanzen- und Allesfressern. So sind sie in der Lage Pflanzenfasern und Getreidekörner zu zermahlen.

 

Die Zähne sind nicht der einzige Unterschied zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern: der Speichel eines Hundes enthält keine Verdauungsenzyme und ist viel schleimiger, er soll vor allem große Fleischstücke besser durch den Schlund gleiten lassen.

 

In Relation zu ihrem Körpergewicht haben Hunde einen sehr großen Magen.

Im Vergleich zum Menschen hat ein Hund die 10fache Menge Salzsäure im Magen, nur so kann er z. B. Aas und Knochen fressen und verdauen, ohne daran zu erkranken.

Hunde haben eine schnelle Darmpassage (Vorteil bei der Verdauung von Aas, es "ist raus" bevor es krank macht). Die Verdauung von Fleisch und Knochen dauert max. 24 Stunden; bei Pflanzenfressern hingegen verdauen bis zu 5 Tagen, da pflanzliche Bestandteile wesentlich schwerer verdaut und aufgeschlüsselt werden. Die kurze Darmpassage ist ein weiterer Hinweis darauf, dass pflanzliche Bestandteile und Ballaststoffe für den Hund von untergeordneter Bedeutung sind: er kann sie aufgrund der kurzen Passage gar nicht verdauen.

 

Der Hund kann nie zum Pflanzenfresser werden, benötigt aber trotzdem einen geringen Anteil vegetarischer Kost. Der Verdauungstrakt eines Hundes kann, genau wie beim Mensch, intakte pflanzliche Zellwände nicht öffnen. Menschen haben, im Gegensatz zu Fleischfressern Mahlzähne (Backenzähne), mit denen sie die pflanzlichen Bestandteile zerkleinern können, außerdem haben sie die Möglichkeit, pflanzliche Nahrung zu kochen.

 

Der Wolf frisst einfach den Magen, bzw. seinen Inhalt von Pflanzenfressern und bekommt so pflanzliche Nährstoffe. Die Tatsache, dass Hunde manchmal ihr Futter vergraben, hat eine Veränderung der Nahrung zum Ziel. Bodenbakterien setzen chemische Prozesse in Gang, durch die der Hund die Nahrung besser verwerten kann.

 

Natürlich können wir den „Hund von Heute" nicht mehr direkt mit einem freilebenden Wolf vergleichen. Hunde leben schon lange von menschlichen Resten, fraßen das, was vom Menschen nicht genutzt wurde (und das meistens roh) und doch blieb ihr Verdauungstrakt unverändert. Brot oder Getreide steht erst seit kurzem auf unserem und somit auf ihrem Speiseplan.

 

Die Verdauung des Hundes ist nicht auf Getreide eingestellt. Fehlt der Schlüsselreiz Fleisch können Getreideanteile nicht aufgeschlüsselt werden. Aufgenommene Bakterien werden nicht abgetötet. Die Folge sind Fehlgärungen. Die Folge von Fehlgärungen sind Blähungen und Durchfall. Ganz zu schweigen von der Allergie auslösenden Wirkung von Soja und Getreide!

 

Trockenfutter saugt im Magen sämtliche Flüssigkeit auf und quillt auf ein Vielfaches seiner ursprünglichen Größe und der Magen wird sehr voll. Die verbleibende Säure versucht das aufgenommene Getreide zu verdauen. Die natürliche Verweildauer im Magen wird überschritten, von Bakterien produzierte Gase blasen den Magen auf – macht der Hund nun eine heftige Bewegung oder rollt sich, kann es zu einer Magendrehung kommen. Die Passage zum Dünndarm ist nun endgültig verschlossen. Wird der Hund nicht rechtzeitig zum Tierarzt gebracht, steht ihm ein äußerst qualvoller Tod bevor. Die Magendrehung wird ausschließlich bei Tieren in menschlicher Obhut beobachtet und dies erst in den letzten Jahrzehnten. Sie wurde zur „Zivilisationserkrankung" der heutigen Haushunde. Bestimmte Rassen sind prädisponiert und Trockenfutter ist zu einem hohen Prozentsatz an der Magendrehung beteiligt.



Medicus curat – Natura sanat
der Arzt behandelt, die Natur heilt
(Hippokrates)

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